Selbstkritik

Bei  manchen  Fahrschülern,  die ihre  Leistungen selbst bei bestem Verständnis mit ihrem  Fahrlehrer niemals selbstkritisch bewerten,  habe ich feststellen müssen, dass sie sich dazu hinreissen lassen, ihre häufigen Fehler zu  entschuldigen  oder zu rechtfertigen. Sie tun das zum Teil mit ganz fadenscheinigen,  an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen. Es geht soweit, dass einen das Gefühl überkommt,  sie wollen ihren Fahrlehrer ausbilden und nicht  umgekehrt.  Man  möchte  es nicht für  möglich  halten.  Ihre  Vorstellungen vom richtigen Auto fahren bewegen sich meist konträr zu den Auffassungen, die ihr Fahrlehrer vertritt.

Nicht selten rührt ihr Verhalten daher, dass sie die Fahrerei ihrer Eltern,  Geschwister oder Freunde als Maßstab nehmen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen,  wage ich den- noch zu behaupten, dass das,  was euch von dieser Seite in der Regel angeboten wird,  mit vorschriftsmäßigem Autofahren nicht viel gemein hat. Das kommt daher, dass die Mehr- heit nach ihrer bestandenen Prüfung zuviel von dem Erlernten  abändert  und vieles sogar ganz weglässt. Gerade das dient der Disziplin im Straßenverkehr wenig und sollte als An- schauungsbeispiel keine Beachtung finden.  Es gibt nun mal eine Straßenverkehrsordnung, deren korrekte Beachtung ihr erlernen müsst.  Nachdem ihr dann am Prüfungstag den Be- weis angetreten habt, das Angeeignete richtig anwenden zu können,  kommt bei den meis- ten die Zeit,  es wieder zu vergessen. Vorher wird uns das Unterbewusstsein bei unseren Fahrstunden  Streiche spielen.   Es nimmt alles unterwegs  Gesehene  auf und gibt es dann ab,  wenn wir uns in Stresssituationen befinden. All'   jene Verhaltensweisen nämlich,  die uns tagtäglich von den Mitmenschen vorgeführt werden.

 

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